Schule und Erziehung

Erstklassiger musikalischer Abend

Paulina Drewes (l.) präsentierte im Querflöten-Duett mit Irmina Gocek (nicht im Bild) sowie Esther Moock (Mitte) am Klavier Franz Dopplers „Andante und Rondo“. Die Musiklehrerin Janina Rüther (r.) ist Initiatorin der Veranstaltung.Bad Driburg, 14.11.2018 Als kleines und feines, vor allem aber herausragendes musikalisches Ereignis entpuppte sich das „Klassikforum“ am Gymnasium St. Xaver. Dieses fand am vergangenen Donnerstagabend zum ersten Mal statt und bot jungen Musikerinnen und Musikern der Schule die Möglichkeit, ihr Können zu präsentieren – mit Bravour, wie sich durchweg bei allen Beiträgen zeigte.

Dabei überzeugten gleich die ersten vier Schülerinnen und Schüler mit den von ihnen gewählten Stücken: Marleen Copik trug den ersten Satz aus dem „Concertino“ in G-Dur von Ferdinand Küchler vor, Emily Göbel hatte ein heiteres „Rigaudon“ von Jean-Philippe Rameau einstudiert und Ayline Botto und Elias Peters überzeugten im Duett mit dem irischen Volkslied „The Sky Boat Song“ – allesamt keine einfachen Stücke für so junge Musiker, die ihr Instrument erst seit kurzer Zeit am Gymnasium St. Xaver erlernen, dieses aber bereits erstaunlich gut beherrschten. Dieses wurde auch bei einem „Rondo“ von Oskar Riedling deutlich, das Elias Peters abschließend präsentierte.

Einen ersten Höhepunkt des Abends stellte das von Antonio Vivaldi komponierte Allegro aus dem achten Konzert des Zyklus „l’Estro Armonico“ dar. Dieses wurde von Sophie Gemke im Duett mit der vom Brakeler Gymnasium Brede stammenden Schülerin Anastasia Lüke mit großer Leichtigkeit gespielt.

War das bisherige Programm des „Klassikforums“ von Streichmusik geprägt, so rückte im Folgenden das Klavier stärker in den Mittelpunkt: Marian Prib präsentierte am Flügel die „Nocturne Nummer 1“ von Frédéric Chopin, ein vielschichtiges Charakterstück, das zum Träumen einlud.

Der mit Chopin befreundete deutsche Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy schrieb ebenfalls Charakterstücke für das Klavier, so u. a. seine „Lieder ohne Worte“. Eines dieser Stücke schrieb er allerdings für das Cello. Dieses stellte Ester Moock vor und beeindruckte dabei im Duett mit Paulina Drewes, die sie am Klavier begleitete.

Annabell Groddeck spielte dagegen ein Rondo von Friedrich Kuhlau, einem Zeitgenossen Beethovens, das an die so genannte „Champagner-Arie“ aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ angelehnt ist und entsprechend schwungvoll am Flügel vorgetragen wurde.

Für eine Überraschung sorgte anschließend Franziska Pollmann: Sie präsentierte an der Posaune Leonard Bernsteins „Elegy for Mippy II“, die Vertonung eines Spaziergangs von Hund und Herrchen, bei der Fußschritte zusammen mit den Handlungen des Hundes akustisch wahrgenommen werden konnten.

Nach der Pause stand der romantische Komponist Franz Schubert im Mittelpunkt des „Klassikforums“: Der noch junge Michael Schilling präsentierte das „Impromptu Nummer 4“ so packend und ergreifend, dass großes Staunen im Publikum die Folge war. Im Anschluss stellten Romina Bielor und Friedrich Strömer, begleitet von Lara-Sophie Kluwe am Klavier, den „Leiermann“ aus Schuberts „Winterreise“ vor und hinterließen damit ebenfalls einen tiefen Eindruck bei den Zuhörern.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Paulina Drewes. Sie präsentierte im Querflöten-Duett mit ihrer Musiklehrerin Irmina Gocek sowie Esther Moock am Klavier Franz Dopplers „Andante und Rondo“ ⎼ ein anspruchsvolles Stück, wofür die drei Musikerinnen einen entsprechend großen Applaus erhielten.

Abschließend wurde noch einmal deutlich, welches musikalische Talent in Schülerinnen und Schülern bereits stecken kann: Lara-Sophie Kluwe riss die Zuschauer mit Chopins „Revolutionsetüde“ regelrecht mit und unterstrich damit eindrucksvoll, weshalb das „Klassikforum“ am Gymnasium St. Xaver zu einer festen Institution im Schuljahr werden sollte: Es gibt einerseits jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, ihr Können in solistischen Beiträgen oder kleinen Ensembles unter Beweis zu stellen. Andererseits beschert es Freunden der klassischen Musik einen erstklassigen musikalischen Abend. Insofern ist insbesondere der Initiatorin Janina Rüther zu danken, die die Idee zum „Klassikforum“ hatte und dieses mit so viel Umsicht in die Tat umgesetzt hat.

 

 

 

 

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