Schule und Erziehung

Auf der Suche nach dem genetischen Zwilling: Typisierungsaktion am Attendorner St.-Ursula-Gymnasium

Überwältigend groß war die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums an der Typisierungsaktion der DKMS. © Kennemann Attendorn, 17.1.2013 Unter dem Motto „Leben Spenden macht Schule“ führte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am vergangenen Mittwoch eine Typisierungsaktion für eine Stammzellspende am St.-Ursula-Gymnasium durch, an der sich insgesamt 119 angehende Abiturientinnen und Abiturienten sowie außerdem auch Lehrerinnen und Lehrer beteiligten.

Initiiert wurde ihre Teilnahme von Schulsozialarbeiterin Katrin Arens, nachdem sie durch das persönliche Schicksal eines Schülers aus der Jahrgangsstufe 6 der St.-Ursula-Realschule auf die Aktion aufmerksam wurde. Bei diesem wurde anstelle einer vermuteten Grippe tatsächlich eine Leukämie-Erkrankung diagnostiziert. „ Es ist erschreckend zu wissen, dass man von jetzt auf gleich  ein todkrankes Kind haben kann“, begründet Katrin Arens, selbst Mutter zweier Töchter, ihre Motivation. Denn obwohl die DKMS mit 2,7 Millionen potenziellen Lebensspendern die weltweit größte Einzeldatei ist, findet noch jeder fünfte Patient nicht den lebensrettenden „genetischen Zwilling“.

Die Teilnahme an der Typisierungsaktion selbst, bei der sich Schüler ab 17 Jahren kostenfrei registrieren lassen können, übertraf alle Erwartungen. Martin Quarg, der durchführende Mitarbeiter der DKMS, zeigte sich überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Jugendlichen: „Eine solche Teilnehmerquote erreichen wir nur sehr selten an Schulen“. Die Spender füllten zunächst eine Einverständniserklärung aus, bevor die eigentliche Registrierung per Wangenschleimhautabstrich mit einem Wattestäbchen vorgenommen wurde. Die Gewebemerkmale werden nach der Aktion in einem Labor analysiert und für die weltweite Spendersuche zur Verfügung gestellt. Für den reibungslosen Ablauf der Formalitäten sorgten Mitglieder des Schulsanitätsdienstes, die freiwillig ihre Freistunden zur Verfügung stellten. „Ich bin beeindruckt davon, mit wie wenig man so viel helfen kann. Wenn ich selber in der Situation wäre, würde ich mir wünschen, dass andere das auch für mich tun“, erklärte Jana Kurze aus der Jahrgangsstufe 13. Für einige war die Teilnahme schon deshalb selbstverständlich, da auch ihre Eltern sich haben registrieren lassen und teilweise sogar in die engere Auswahl für eine Spende gekommen sind.

Schulsozialarbeiterin Katrin Arens (links), Vikar Jörg Heinemann (rechts) und die an Leukämie erkrankte Maria Sgroi (3.v.r) gestalteten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums einen Gottesdienst für die DKMS.©M. Arens Eröffnet wurde diese Aktion bereits am vergangenen Sonntag mit einem Hochamt in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist unter dem Motto „Jeder Einzelne zählt“.  Der Gottesdienst, mitgestaltet von Schülerinnen und Schülern der St.-Ursula-Schulen und von Vikar Jörg Heinemann zelebriert , bildete den Auftakt zur Typisierungsaktion. Besonders ergreifend war in diesem Rahmen der Bericht der an Leukämie erkrankten Maria Sgroi. Die Gemeinde beteiligte sich großzügig an der Aktion und gab insgesamt 450 Euro als Kollekte für die DKMS.

Die bloße Registrierung in der DKMS beinhaltet noch keine bindende Verpflichtung zu einer Stammzellspende, da es zu einer solchen Anfrage vielleicht erst nach Jahren kommen kann. In dieser Zeit können Umstände wie z.B. Krankheit eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen. Doch vielleicht findet sich unter den neuen Spendern ja der „genetische Zwilling“ für den erkrankten Realschüler.

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