Schule und Erziehung

Von der Bedeutung Katholischer Schulen in freier Trägerschaft

“Der Glaube darf keine Stunde alt sein“, schrieb Robert Musil. Keine Stunde alt – das bedeutet wohl, immer geistesgegenwärtig und lebendig zu sein. Genau darum geht es in der Unterrichts- und Erziehungsarbeit der katholischen Schulen. Sie wollen in „kritischer Zeitgenossenschaft“ die Herausforderung einer pluralen Gesellschaft produktiv aufgreifen und durch ihre Arbeit eine auch intellektuell und praktisch verantwortete Entscheidung für den christlichen Glauben möglich machen.

Eine lohnende und wichtige Aufgabe.

Es ist ein Phänomen: Auf der einen Seite wird die zunehmende Distanz der Gesellschaft zur Kirche beklagt. Auf der anderen Seite erfahren die katholischen Schulen in freier Trägerschaft eine so große Nachfrage von Eltern, die um Aufnahme ihrer Kinder bitten, dass leider nicht alle Aufnahmewünsche erfüllt werden können. Offenbar wird der Dienst der Kirche im Bildungsbereich angesichts einer immer komplexer und „unübersichtlicher“ werdenden gesellschaftlichen Entwicklung sehr geschätzt.

Die gestiegene Nachfrage nach Aufnahme in eine katholische Schule resultiert oft aus dem Bedürfnis von Eltern, Erziehung und Bildung in besonderem pädagogischen Milieu zu erleben.

Die Schule muss vielfach Aufgaben übernehmen, die zuvor von Elternhaus und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen erfüllt wurden. Dieser Herausforderung haben sich die katholischen Schulen angenommen – und oft mit außerordentlichen Engagement sensibel und flexibel auf die Veränderungen des sozialen Umfeldes reagiert, denn „der Glaube darf keine Stunde alt“ sein.

Wenn Eltern, Lehrern und Schülern sowie der Gesellschaft und der Kirche wichtig ist, was und wie gelernt wird, dann ist es von großer Bedeutung, dass der Pluralismus, von dem so viel geredet wird, produktiv aufgegriffen wird. Das bedeutet, dass es Schulen mit besonderem Profil geben muss. Auf diese Weise erweist die Kirche nicht nur sich selbst einen Dienst, sondern auch der gesamten Gesellschaft, denn „der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ (E.W. Böckenförde, 1967).
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Erzbistum Paderborn