Schule und Erziehung

Blende auf für neue Perspektiven! Eine Nachlese zum Foto-Workshop für Lehrerinnen und Lehrer

Foto: Verhüllter Christus @ W. Enste Paderborn, Willebadessen, 22.9.2020 Vor einigen Tagen konnte sie tatsächlich durchgeführt werden: die erste analoge Fortbildungsveranstaltung für Lehrende in Corona-Zeiten, die im Veranstaltungsrepertoire der Abteilung Schulpastoral für den September 2020 geplant war.

Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren auf die Veranstaltung „Blende auf für neue Perspektiven. Mit der Kamera die Welt neu entdecken“ aufmerksam geworden und machten sich für ein Wochenende auf den Weg zur HEGGE, einem christlichen Bildungshaus in Willebadessen, das vor allem durch seine gastfreundliche Hausgemeinschaft und den wunderschönen Landschaftspark einen besonderen Charme besitzt.

Ein idealer Ort für einen Workshop, in dem die Kunst des Fotografierens thematisch im Mittelpunkt stehen sollte. Als Referenten für den Inhalt zuständig waren die beiden Berufsfotografen Ansgar Hoffmann und Klaus-Peter Semler, die die Interessierten in die komplexe Technik des ‚Zeichnens mit Licht‘ schrittweise einführten.

Wie verändern sich Fotos durch die Einstellungen der Blende, der Belichtungszeit oder der Lichtempfindlichkeit der Kamera? Welche Mittel kann ich für die Gestaltung eines Fotos einsetzen? Kombiniert mit informativen Kurzvorträgen bekamen die 6 Männer und 4 Frauen in vielen praktischen Erprobungsphasen phantasievolle Arrangements und Aufgaben von beiden Referenten gestellt, die sie mit ihren Kameras einfangen und umsetzen konnten. So entstanden tolle Fotos zur „blauen Stunde“, wunderbare Nachtaufnahmen mit Lichtmalerei, außergewöhnliche Bewegungs- und Gegenlichtaufnahmen. Wer hätte gedacht, wie interessant ein Spaziergang durch den Landschaftspark sein kann mit der einfachen Aufgabe Kontraste einzufangen oder die Umgebung aus der Frosch- und Vogelperspektive aufzunehmen?

Diese Erfahrungen mit der Kamera ließen die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer tatsächlich neue Perspektiven auf ihre Umwelt werfen und entdecken. Hier konnte gut reflektierend mit einem informativen Impuls angeknüpft werden: Wir sind als Menschen dem Leben mit all seinen Anforderungen gar nicht so passiv ausgeliefert, wie wir das oft empfinden, sondern können maßgeblich unser Leben gestalten: Unsere Perspektive, unser Blick und unsere Deutung unserer Umwelt und unseres Lebens beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung und unser Lebensgefühl. Hier achtsam zu werden, ganz im Augenblick zu sein, bewusst das Unscheinbare, Alltägliche neu zu betrachten, kann zu überraschenden Entdeckungen, zum Stauen über die wunderbare Vielfalt unserer Welt und zur Dankbarkeit über unser Leben führen.

Die Kunst des Fotografierens kann - so das Fazit einer Teilnehmerin – ein gutes Instrument sein, sich unserer Gestaltungs- und Deutungsmöglichkeiten im Leben bewusst zu werden und – christlich interpretiert – über Gottes Schöpfung zu staunen. „Es war toll, einfach auch mal so viel Zeit zu haben, sich dem Fotografieren zu widmen und so viele Überraschendes hier zu entdecken. Den Alltag einfach mal hinter sich zu lassen.“

Heike Bee-Schroedter


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