Schule und Erziehung

Sie sind Zeugen, Verkünder und Ansprechpartner!

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker ist Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz. Paderborn, 18.12.2018 In seinem diesjährigen Schreiben an die Religionslehrerinnen und -lehrer dankt Erzbischof Hans-Josef Becker für ihre verantwortungsvolle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: "Tatsächlich gehören Sie zu den knapp 5.500 Religionslehrkräften unseres Erzbistums, die nicht selten für viele Kinder und Jugendliche die einzigen Zeugen, Verkünder und Ansprechpartner nicht nur unserer Kirche sind, sondern der (christlichen) Religion überhaupt. Sie sind häufig an Orten aktiv, die Sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellen: Eile, religiöse Ferne, Leid und Kummer auf der einen, aber auch auf der anderen Seite leuchtend strahlende Augen voller Dankbarkeit bei den Ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen, die – das wissen Sie und ich auch – dies natürlich nicht immer zeigen, doch innerlich vielleicht fühlen."

Erzbischof Hans-Josef Becker ermuntert die Religionspädagogen gleichzeitig, die vielfältigen Unterstützungsangebote der Hauptabteilung Schule und Erziehung zu nutzen. Angesichts der Entwicklungen in den pastoralen Räumen werde ihr Dienst für die Zukunft der Kirche immer wichtiger.

Ausführlich geht Erzbischof Becker auf die vor kurzem veröffentlichte "MHG-Studie. Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch Kleriker“ ein. Die Studie wurde von den Bischöfen in Auftrag gegeben und beschreibt auf wissenschaftlichem Niveau den derzeitigen Erkenntnisstand. Die Ergebnisse sind erschreckend und beschämend. Sie haben in weiten Teilen der Kirche und Gesellschaft zu einer fundamentalen Verunsicherung und Vertrauenskrise geführt. Die Kirche hat durch Vertuschung und Verdrängung auf diesem Gebiet jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen. Viel zu sehr stand die Wahrung des Ansehens der Institution und ihrer amtlichen Vertreter über den berechtigten Interessen der Opfer. "Als Kirche sind wir unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen oft nicht gerecht geworden", so Erzbischof Becker.

Die bekannten Fälle aus dem Zeitraum von 1946 bis heute sind mittlerweile den Ermittlungsbehörden bekannt gemacht worden. Niemand im pastoralen Dienst dürfe aber unter Generalverdacht gestellt werden, so Erzbischof Becker. Der weitaus größten Zahl der in unserem Erzbistum tätigen Priester und Diakone werde er weiterhin mit großem Vertrauen und höchster Wertschätzung begegnen. Das Gleiche gelte für die große Mehrheit der im pastoralen und pädagogischen Dienst Tätigen.

Gleichzeitig richtet er den Blick nach vorn: "Ich bitte Sie alle um Ihre echte und konstruktive Mithilfe, den einmal eingeschlagenen Weg konsequent und glaubwürdig mit mir gemeinsam weiterzugehen. Nur so können wir Vertrauen zurückgewinnen."

 

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Erzbistum Paderborn