Schule und Erziehung

„Ein Gymnasium mit großer Lebendigkeit.“ Mariengymnasium Arnsberg feiert 125-jähriges Bestehen

In der Propsteikirche feierte Erzbischof Hans-Josef Becker mit der Schulgemeinde die Heilige Messe. In seiner Predigt bezeichnete er Zuwendung als eine grundlegende Haltung.pdp Paderborn / Arnsberg, 22.2.2014 (pdp). Großen Grund zur Freude hatte gestern die Schulgemeinschaft des Mariengymnasiums Arnsberg: Am 20. Februar 1889 wurde die katholische Schule gegründet. Schüler, Lehrer und Eltern bereiteten Erzbischof Hans-Josef Becker sowie über 100 Ehrengästen einen fröhlichen Empfang zum 125-jährigen Bestehen ihrer Schule. In zwei parallelen Gottesdiensten wurde zunächst für das besondere Jubiläum gedankt, bevor in der Schule bei einem großen Festakt weitergefeiert wurde. Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft überbrachten in Grußworten ihre Glückwünsche.

Am 20. Februar 1889 gründeten die Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau von der Brede in Brakel unter ihrer Oberin Schwester Hedwig von Bocholtz-Asseburg eine höhere Mädchenschule in Arnsberg. Daraus entwickelte sich später ein Lyzeum und schließlich das Mariengymnasium. 1985 besuchten erstmals auch Jungen die Schule. 1991 übernahm das Erzbistum Paderborn die Trägerschaft. Heute ist die Schule das kleinste unter den Gymnasien in Trägerschaft des Erzbistums.

Um den Geburtstag des Mariengymnasiums mit der ganzen Schulgemeinschaft feiern zu können, fanden zu Beginn des Festtages gleich zwei Gottesdienste statt: Monsignore Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, und Schulseelsorger Pastor Dirk Salzmann feierten mit den Klassen 5 bis 7 die Eucharistie in der Liebfrauenkirche. Erzbischof Hans-Josef Becker zelebrierte mit Propst Hubertus Böttcher in der Propsteikirche die Heilige Messe für die Jahrgänge bis zur Qualifizierungsstufe 2.

Von den Fackeln, mit denen die Klassensprecher das Licht der Osterkerze zur Schule gebracht hatten, holte Erzbischof Hans-Josef Becker das Feuer, um die Jubiläumskerze des Mariengymnasiums zu entzünden.pdp „Glück durch Zuwendung" ist das Motto des Jubiläumsjahres. Erzbischof Becker bezeichnete in seiner Predigt Zuwendung als grundlegende „Haltung", die man von Jesus selbst lernen und von seiner frohen Botschaft ablesen könne. Der Paderborner Oberhirte machte dies am Beispiel des Zöllners Zachäus deutlich. „Zachäus ist sich selbst der Nächste, auch weil sich seine Nächsten zurückgezogen haben", beschrieb Erzbischof Becker den Zöllner. Doch Jesus schaue zu Zachäus auf seinem Baum hinauf und rufe ihn herunter: „Welches Maß an Zuwendung ereignet sich in diesem einzigen Blick! Durch solche Zuwendung kommt das Glück in die Welt, das wir allein uns nicht geben können." Deshalb stehe in kirchlichen Schulen stets der Einzelne in der Mitte, so wie Jesus ein Kind in die Mitte gestellt habe: „An einer katholischen Schule zu lernen, zu lehren und zu leben bedeutet, jeden Tag von neuem den Anderen durch die Augen Jesu zu sehen", schloss Erzbischof Becker seine Predigt.

Im Anschluss an die Gottesdienste wurden an den Osterkerzen der Liebfrauenkirche und der Propsteikirche Fackeln entzündet, die von Klassensprechern zur Schule getragen wurden, wo sich die Schulgemeinschaft auf dem Schulhof versammelte, um die Jubiläumsgäste in Empfang zu nehmen. Dazu hatten sich die Gastgeber Einiges einfallen lassen: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 standen entlang der großen Treppe Spalier, durch das auch Erzbischof Hans-Josef Becker gemeinsam mit Propst Hubertus Böttcher schritt, während einige der Schüler eifrig ihre Handys zückten, um ein Foto von „ihrem" Bischof zu machen. Die Fackelträger entfachten mit ihrem Licht eine Feuerschale, aus der Erzbischof Becker die Schulkerze für das Jubiläumsjahr entzündete. Als Zeichen für den Heiligen Geist und den Frieden ließen Schüler Tauben aufsteigen. Ein Tanz der Qualifikationsstufe 2 rundete den Empfang ab.

Mit seinem Pileolus setzte Erzbischof Becker spontan einen farblichen Akzent, als Lehrervertreter dazu aufriefen, auf der symbolischen Leinwand einen individuellen Farbtupfer zu hinterlassen. Rechts im Bild: Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel.pdp Schulleiterin Annemarie Ostermann-Fette eröffnete den offiziellen Festakt im Forum des Mariengymnasiums, indem sie die anwesenden Festgäste, allen voran Erzbischof Hans-Josef Becker, offiziell herzlich begrüßte. Neben Mitgliedern der Schulgemeinschaft, darunter auch viele Ehemalige, und Vertretern aus Kirche und Politik waren zahlreiche Leiter der anderen katholischen Schulen im Erzbistum nach Arnsberg gekommen: „Wir fühlen uns nicht nur gut verwaltet, vielmehr auch sehr gut gefördert", lobte Ostermann-Fette das Erzbistum Paderborn als Schulträger. Gleichzeitig dankte sie den Armen Schulschwestern als Gründerinnen der Schule: „Sie haben für uns ein Siegel geprägt", so die Schulleiterin. „Heute wie damals wollte und will diese Bildungseinrichtung einen Raum schaffen, der es jungen Menschen ermöglicht, ein gelingendes Leben aufzubauen. Das ‚Ja’ zu jungen Menschen muss daher über alle Geschichte hinweg unser Grundsatz bleiben. Ich bin dankbar für die Fülle von Leben, die wir bisher in unserer Schule beherbergen durften."

Erzbischof Hans-Josef Becker ließ in seiner Festansprache die Geschichte der Schule Revue passieren und richtete seine Grußworte insbesondere an die Schüler: „Ihr gebt dieser Schule heute ihr Gesicht – und dieses Gesicht macht einen prächtigen und auch angesichts der 125 Jahre erfrischend jugendlichen Eindruck!" Das katholische Profil einer Schule zeichne sich neben der Wertschätzung jedes Schülers und jeder Schülerin als Geschöpf und Abbild Gottes auch durch das Prinzip der Erziehungsgemeinschaft aus Eltern, Lehrern und Schülern aus. Dieser Communio-Gedanke sei am Mariengymnasium seit jeher sehr bedeutsam gewesen. „Das Mariengymnasium ist ein Gymnasium mit großer Lebendigkeit und Auffälligkeit. Deswegen kann es sich auch nach 125 Jahren in dieser Stadt so gut sehen lassen", sagte Erzbischof Becker.

Zahlreiche Ehrengäste überbrachten anschließend in Grußworten ihre Glückwünsche zum 125-jährigen Schuljubiläum, darunter aktuelle und ehemalige Repräsentanten der Schulgemeinschaft – beispielsweise Winfried Weber, der von 1984 bis 2000 der erste männliche Schulleiter des Mariengymnasiums war. Vertreter des Lehrerrates verglichen das Schulleben mit einem Gemälde, in dessen Gestaltung jeder Einzelne sich einbringen müsse. Dafür stand sinnbildlich eine große gelbe Leinwand bereit, auf der jeder einen Farbtupfer hinterlassen sollte: Erzbischof Hans-Josef Becker machte den Anfang und setzte mit seinem violetten Pileolus symbolisch einen Farbakzent. Weiterer Höhepunkt: Father Rogers Biriija von der Partnerschule des Mariengymnasiums aus Uganda gratulierte mit einigen Mitbrüdern mit einem afrikanischen Geburtstagsständchen.

Propst Hubertus Böttcher, viele Jahre als Schulseelsorger am Mariengymnasium engagiert, bezeichnete die Schule als „starkes Stück Zukunft" und als pastoralen Ort, wo Leben aufblühen könne. „Unser Orden ist stolz, dass aus einem einst kleinen Bäumchen mit nur wenigen Schülerinnen heute ein starker Baum geworden ist", betonte Schwester Maria Theresia von den Armen Schulschwestern in Brakel. Hans-Josef Vogel, Bürgermeister der Stadt Arnsberg sagte: „Die Armen Schulschwestern haben der Stadt Arnsberg den Reichtum an Bildung und eine Geisteshaltung gebracht, die soviel wichtiger sind als der materielle Reichtum. In dieser Schule war und ist Maria die Königin und nicht das Goldene Kalb!" Rudolf Heinemann, stellvertretender Landrat des Hochsauerlandkreises würdigte die kirchlichen Schulen im Sauerland als Fixpunkte: „Das Erzbistum Paderborn zeigt immer wieder, dass es seine christliche Verantwortung ernst nimmt."

Beiträge der Schülerinnen und Schüler – vom Saxophon-Ensemble über Showeinlagen des Abiturjahrgangs und Potpourris der Musical-AG bis hin zu Orchesterbeiträgen – sorgten zwischen den Grußworten für musikalisch-beschwingte Stimmung. (pdp-n-20.02.14)

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