Schule und Erziehung

„Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an Euch denke“ - Domkapitular Msgr. Joachim Göbel überreicht Missio-Urkunden

Das traditionelle Gruppenfoto auf den Stufen des Domplatzes mit Domkapitular Göbel (Mitte), Direktor Gerhard Krombusch (li.) und Roland Gottwald, Schulrat i. K. (re.) Paderborn, 2.11.2009. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Krypta des Paderborner Doms am 30. Oktober 2009 erhielten 43 Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen mit der „Missio canonica“ die kirchliche Sendung zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes im Erzbistum Paderborn. Im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte der Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, Domkapitular Msgr. Joachim Göbel, am Grab des Heiligen Liborius die Urkunden.

In seiner humorvollen Predigt erläuterte er den Charakter dieser Sendung, die von typischen Situationen in einem Lehrerzimmer ausgehend vom notwendigen Vertrauen zwischen dem Bischof und den zum Religionsunterricht Beauftragten handelte. Msgr. Göbel stellte seine Predigt unter den Leitgedanken aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper: „„Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke;… Ich vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.“ (Phil 1,3.6).

Missio-Verleihung begleitet von ausführlichem Programm

Domkapitular Msgr. Joachim Göbel begrüßte die Anwesenden zur feierliche Verleihung der Missio Canonica. Nach der Begrüßung durch Domkapitular Göbel am Vormittag hatten Referentinnen und Referenten der Hauptabteilung Schule und Erziehung zunächst ihre vielfältigen Angebote zur Unterstützung der Religionslehrerinnen und -lehrer vorgestellt.

Die Einstiegsbetrachtung stand unter der Aufforderung von Leonardo da Vinci „Binde deinen Karren an einen Stern“. Ins Bild gesetzt und optisch erfahrbar gemacht wurde dieses Zitat mit der Zeichnung von Paul Thek „Portable Ocean, das einen lackierten Holzwagen mit Bauklötzen zeigt, der anstelle seiner Deichsel ein Seil geknotet hat, das mit dem Stern von Bethlehem verbunden ist. Wenn man eine Idee hat, kann man mit Bauklötzen fast alles bauen. Das Bild Portable Ocean ist in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, zu sehen (hier geht´s zum Link).


Die Einstiegsbetrachtung leitete über zu Fragestellungen über die spirituelle Dimension des (Religions-)Lehrerseins und der Notwendigkeit, immer wieder seine geistlichen Quellen aufzutanken. Dabei fand der Hohe Dom zu Paderborn als theologischer Bedeutungsträger und als Stein gewordene Predigt großes Interesse der Pädagoginnen und Pädagogen, die in ihrer Praxis vor Ort kirchenraumpädagisches Handeln in ihren Unterricht integrieren.

Mentorat als geistliche Begleitung im Studium

Der Auftakt im Liborianum ermöglichte einen Blick auf die spirituelle Dimension des Lehrerseins. Um eine intensivere Begleitung der Studierenden bereits im Studium zu ermöglichen, ist vor einigen Jahren das Mentorat eingerichtet worden. Gab es bis vor kurzem jährlich nur zwei Termine für die Missio-Verleihung, wird ab 2010 ein dritter Termin hinzukommen, um den Tag intensiver und persönlicher gestalten zu können. Die Termine für 2010 werden sein: 12. März, 2. Juli, 12. November.

Derzeit unterrichten ca. 6.100 Lehrerinnen und Lehrer das Fach Katholische Religionslehre an Schulen im Bereich des Erzbistums Paderborn; mehr als 270.000 Schülerinnen und Schüler nehmen wöchentlich daran teil.

Bedeutung der Missio Canonica

Die Missio canonica beinhaltet in der römisch-katholischen Kirche die Beauftragung mit Verkündigungs- und Lehraufgaben; sie ist die kirchenrechtlich vorgeschriebene Voraussetzung, um als katholische Religionslehrerin und –lehrer an Schulen das Fach Religion unterrichten zu dürfen. Mit Antragstellung der Missio canonica gibt der Religionslehrer das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. Gemäß dem Beschluss der Synode der deutschen Bistümer von 1974 gilt für die Religionslehrkraft, dass sie „in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche“ beachtet. Erwartet wird die auf Taufe und Firmung gründende Bereitschaft, den schulischen Dienst in christlicher Verantwortung zu übernehmen. Bei Verheirateten wird die kirchliche Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder vorausgesetzt. Während des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) wird auf Antrag eine vorläufige Unterrichtserlaubnis erteilt.

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