Schule und Erziehung

"Den Karren an einen Stern binden" - Weihbischof Matthias König verleiht die Missio Canonica

Weihbischof König begrüßt die Missio-Kandidatinnen und -kandidaten vor den Stufen des Paderborner Domes. Paderborn, 18.3.2011 In der Krypta des Hohen Domes verlieh Weihbischof Matthias König im Rahmen einer Eucharistiefeier die Missio Canonica an 38 zukünftige Religionslehrerinnen und -lehrer, die von zahlreichen Familienangehörigen begleitet wurden. Der Übergabe der Missio-Urkunden vorangegangen war ein Vorbereitungstag, an dem sich die zukünftigen Religionspädagogen mit den spirituellen Dimensionen des Berufs auseinandergesetzt hatten.


Studientag zur Missio-Verleihung

Domkapitular Joachim Göbel (2.v.r.) im Gespräch mit Katharina Göbel (Netphen), Gregor Vogt (Olsberg) und Monika Mickiewicz (Iserlohn) (v.l.n.r.) Begrüßt wurden die Teilnehmer am Morgen zunächst von Domkapitular Joachim Göbel als Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung. In seiner Einstiegsbetrachtung stellte Gerhard Krombusch, Direktor des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit, die Aufforderung von Leonardo da Vinci „Binde deinen Karren an einen Stern“ vor. Ins Bild gesetzt und optisch erfahrbar gemacht wurde dieses Zitat mit der Zeichnung von Paul Thek „Portable Ocean, die einen lackierten Holzwagen mit Bauklötzen zeigt, der anstelle seiner Deichsel ein Seil geknotet hat, das mit dem Stern von Bethlehem verbunden ist. Wenn man eine Idee hat, kann man mit Bauklötzen fast alles bauen.

Das Bild Portable Ocean ist in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, zu sehen. Hier geht´s zum Link.

Der Film "Am seidenen Faden" thematisierte daran anknüpfend die Gottesfrage. Das Schicksal eines Bergsteigers verdeutlichte dem Betrachter: Vertraue auf Gott auch in ausweglosen Situationen und er fängt dich auf.

Seit mehreren Jahren gestalten sie den Missio-Tag: Lioba Kolbe, Roland Gottwald, Gerhard Krombusch, Dr. Siegfried Meier und Adelheid Büker-Oel (v.l.n.r.) Von den geistlichen Quellen und der Notwendigkeit, immer wieder aufzutanken, zeugte eine Führung im Hohen Dom, die die Paderborner Metropolitankirche als theologischen Bedeutungsträger und Stein gewordene Predigt erschloss. Diese spirituelle Art der Führung weckte in den Teilnehmern großes Interesse, in ihrer Praxis vor Ort kirchenraumpädagisches Handeln in ihren Unterricht zu integrieren.

Bedeutung der Missio Canonica

Die Missio canonica beinhaltet in der römisch-katholischen Kirche die Beauftragung mit Verkündigungs- und Lehraufgaben; sie ist die kirchenrechtlich vorgeschriebene Voraussetzung, um als katholische Religionslehrerin und –lehrer an Schulen das Fach Religion unterrichten zu dürfen. Mit Antragstellung der Missio canonica gibt der Religionslehrer das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. Gemäß dem Beschluss der Synode der deutschen Bistümer von 1974 gilt für die Religionslehrkraft, dass sie „in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche“ beachtet. Erwartet wird die auf Taufe und Firmung gründende Bereitschaft, den schulischen Dienst in christlicher Verantwortung zu übernehmen. Bei Verheirateten wird die kirchliche Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder vorausgesetzt. Während des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) wird auf Antrag eine vorläufige Unterrichtserlaubnis erteilt.

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Erzbistum Paderborn