"In Bescheidenheit, aber entschieden wirken" - Domkapitular Msgr. Joachim Göbel überreicht Missio-Urkunden
Paderborn, 15.3.2010 Im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte Domkapitular Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, im Rahmen einer Eucharistiefeier in der Krypta des Domes 42 zukünftigen Religionslehrerinnen und Religionslehrern die Missio-canonica Urkunden.
Mit Bezug auf die Tageslesung aus dem Buch Hosea („Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten, und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott“, Hos 12,4a) betonte Göbel, dass es der Kirche gut zu Gesicht stehe, in Bescheidenheit, aber entschieden zu wirken und die Rolle des Dienens wahrzunehmen. Dabei sei der Dienst an den Schülerinnen und Schülern im Religionsunterricht nicht nur ein besonderer und schulisch unaufgebbar; es sei auch einer der anspruchsvollsten und schönsten Dienste in der Kirche.
Missio-Verleihung begleitet von Besinnungstag
Domkapitular Göbel (Mitte) verlieh an Religionspädagogen die Missio Canonica. Der bischöflichen Beauftragung und Sendung vorangestellt war ein gemeinsamer Besinnungstag. Referentinnen und Referenten des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRuM) hatten zusammen mit Kolleginnen der Abteilung Schulpastoral ein Programm angeboten, bei dem die Lehrerpersönlichkeit der jungen Pädagoginnen und Pädagogen und der an sie gestellte Anspruch der Authentizität im Mittelpunkt standen. In Filmgesprächen, bei meditativen Übungen zum Gebet und nicht zuletzt bei einer religionspädagogisch gestalteten Domführung, zu der auch Verwandte der Missio- Kandidaten eingeladen waren, hatte man sich gemeinsam auf „Quellen“ religiöser Erfahrungen eingelassen – in der Hoffnung, dass diese auch im Schulalltag (wieder-) entdeckt werden.
Mentorat begleitet bereits die Studierenden
Das vor einigen Jahren eingerichtete Mentorat begleitet bereits die Lehramtstudierenden mit dem Fach Katholische Theologie. Neben Informationselementen ermöglicht das Mentorat praktische Erfahrungen in den Bereichen Spiritualität (spirituelles Wochenende) und kirchlicher Praxis (Kirchenpraktikum). Die feierliche Verleihung der Missio-Canonica findet dreimal jährlich statt. Die nächsten Termine für 2010 sind Freitag, 2. Juli und Freitag, 12. November.
Bedeutung der Missio canonica
Die Missio canonica beinhaltet in der römisch-katholischen Kirche die Beauftragung mit Verkündigungs- und Lehraufgaben; sie ist die kirchenrechtlich vorgeschriebene Voraussetzung, um als katholische Religionslehrerin und –lehrer an Schulen das Fach Religion unterrichten zu dürfen. Mit Antragstellung der Missio canonica gibt der Religionslehrer das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. Gemäß dem Beschluss der Synode der deutschen Bistümer von 1974 gilt für die Religionslehrkraft, dass sie „in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche“ beachtet. Erwartet wird die auf Taufe und Firmung gründende Bereitschaft, den schulischen Dienst in christlicher Verantwortung zu übernehmen. Bei Verheirateten wird die kirchliche Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder vorausgesetzt. Während des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) wird auf Antrag eine vorläufige Unterrichtserlaubnis erteilt.
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